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allgemein | transgenerationales-trauma

Videomitschnitt “Das geerbte Trauma”: Transgenerationaler Dialog der zweiten und dritten Generation von Überlebenden des Genozids an den Sinti in Deutschland

Unter dem Titel „Das geerbte Trauma – Transgenerationaler Dialog der zweiten und dritten Generation von Überlebenden des Genozids der Nationalsozialisten an den Sinti und Roma in Deutschland” fand am 14.10.2021 ein Gesprächsabend mit Carmen Spitta, Margitta Steinbach und Manja Schuecker-Weiss statt.

Die Filmemacherin Melanie Spitta geb. Keck (1946-2005) war die erste weibliche Akteurin der Bürgerrechtsbewegung der Sinti in Deutschland und Vorbild für viele Sinti*zze. Ihre Filme und Texte beschäftigen sich mit dem nationalsozialistischen Genozid an den Sinti und Roma, mit der verweigerten Entschädigung nach 1945 in der Bundesrepublik, in ganz besonderer Weise. In Zusammenarbeit mit der Regisseurin Katrin Seybold ( 1943-2012) entstanden vier beeindruckende Dokumentationen. Ihre Familie floh 1938 vor der Verfolgung der Nazis nach Belgien. Dort wurde sie 1946 als jüngstes Kind geboren. Ihre Geschwister starben in Auschwitz, ihre Mutter überlebte Auschwitz, Bergen-Belsen und Ravensbrück.
Carmen Spitta lebte mit ihren Eltern von 1979 bis 1986 in Argentinien, als junge Frau in Costa Rica und Valencia, hat eine Ausbildung zur Maskenbildnerin absolviert und wirkte an verschiedenen Filmproduktionen mit. Heute lebt sie in Frankfurt am Main und hat mit ihrem „ Carmencitas“ Cateringservice ihre Liebe zum Kochen zum Beruf gemacht.
Manja Schuecker-Weiss, Sintizza aus Göttingen studierte Sozialwesen an der Gesamthochschule Kassel. Sie gehört zur ersten Generation Überlebender, ihr Vater wurde im Alter von 9 Jahren mit seiner Familie nach Polen verschleppt und verlor in den Konzentrationslagern Belzec und Lublin seine Mutter, drei Geschwister und mehrere Onkel und Tanten.
Seit über 25 Jahren ist Manja Schuecker- Weiss in der Bürgerrechtsbewegung und als Sozialarbeiterin tätig. Sie schaut auf ihre langjährige Erfahrung in der sozialen und politischen Arbeit mit und für Sinti und Roma zurück. Insbesondere in den Bereichen Bildung und Teilhabe, transgenerationalen Dialog und Empowerment für Mädchen.
Auch durch ihre Biographie zog sich das Trauma der Familie.
Margitta Steinbach ist deutsche Sintizza und Mitarbeiterin von AMCHA Deutschland e.V.

Eingerahmt mit Ausschnitten aus den Filmen von Melanie Spitta erhielten wir tiefe Einblicke in die Verfolgungsgeschichte der Familie Keck und das Leben als Sintizza der zweiten und dritten Generation von Überlebenden des nationalsozialistischen Völkermords an den Sinti in Deutschland.

Die Veranstaltung fand am 14.10.2021 im Rahmen des Projektes “Hakara – Transgenerationalem Trauma begegnen” von AMCHA Deutschland e.V. statt.

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